Zivilgesellschaft als Forschungsgegenstand
Kristin Nicolaus, 21./22. September 2009
Im Anschluss an den Vortrag von Frau Nicolaus wird diskutiert,
- inwieweit CIVILand die Bedeutung der Zivilgesellschaft anhand von Stiftungen thematisieren kann:
Stiftungen sind keine Organisationsformen, die auf Mitwirkung oder Beteiligung verschiedener Interessen ausgerichtet sind. Durch die „Herrschaft der toten Hand“, also die Festlegung eines unabänderlichen Stiftungszwecks werden Partizipationsmöglichkeiten ausgeschlossen. Der Bezug von Stiftungen zur Zivilgesellschaft entsteht aus ihrer Gemeinnützigkeit. Als klassische Organisationsform der Zivilgesellschaft gilt eigentlich der Verein. CIVILand-Partner aus der Wissenschaft empfehlen der Forschergruppe, den Fokus der Forschungen in dieser Hinsicht zu erweitern. Neben Vereinen wirken insbesondere auch einzelne Personen mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement gestaltend in der Zivilgesellschaft.
- dass das Verhältnis von Stiftungen zu Staat und Wirtschaft beleuchtet werden muss:
Stiftungen sind nicht ohne Weiteres der zivilgesellschaftlichen Sphäre zuzuordnen. Zu klären ist, inwieweit Unternehmensstiftungen und Stiftungen öffentlichen Rechts den Interessen ihrer jeweiligen Gründer verpflichtet sind.
- wie die Stiftungslandschaft untersucht werden kann:
Eine Strukturierung und Kategorisierung der Stiftungen im Kontext der Zivilgesellschaft kann anhand der Jahresberichte von Stiftungen erfolgen. Als besondere Schwerpunkte bietet es sich für CIVILand an, (i) die Bürgerstiftungen und ihre Genese, (ii) die Entstehung von Stiftungen im Kontext des Zeitgeistes der Gründungsphase und (iii) die Entwicklung der Einstellung zu Stiftungen zu untersuchen.
- welche Bedeutung die Zivilgesellschaft für die Entwicklung und Etablierung von PES erlangen kann:
Zu klären ist sowohl, welches Interesse die Zivilgesellschaft an einem Umweltgut haben kann, als auch, ob eine Honorierungsmaßnahme, die durch eine Stiftung oder eine andere zivilgesellschaftliche Organisation getragen wird, einen zivilgesellschaftlichen Mehrwert mit sich bringt. Die Zivilgesellschaft wird, so vermuten die CIVILand-Partner, nur solche Maßnahmen angemessen fördern, die der staatliche Naturschutz nicht leisten kann. Als Beispiel werden die Beweidung von Flächen durch große Wildtiere und die Ermöglichung von Naturerleben genannt. In beiden Bereichen haben Stiftungen in den letzten Jahren wesentliche Impulse gesetzt. Die Effektivität solcher Maßnahmen sowie die Effizienz von Stiftungen zu untersuchen, ist ein lohnendes Forschungsfeld für CIVILand.